Mobiles, 3D-gedrucktes Haus aus Beton

Das Ingenieurbüro Arup und CLS Architetti haben Pläne für ein 3D-gedrucktes Haus enthüllt, das am Salon del Mobile, einem Design-Festival in Mailand, zu sehen sein wird. 3D Housing 05 lässt sich demontieren und andernorts wieder aufstellen.

Das Projektteam will unter Beweis stellen, das der Beton-3D-Druck mittlerweile reif dafür ist, flexible und nachhaltige Bauwerke schnell und erschwinglich erstehen zu lassen. Der Prototyp ist gerade vor Ort in Arbeit, nämlich an der Piazza Cesare Beccaria. Auf 100 m² Grundfläche bietet das Haus Wohnbereich, Schlafzimmer, Küche und Bad.

Ein Roboter von Cybe Construction kam für den Druck der Wände zum Einsatz. Dach, Fenster, Türen und technische Gebäudeausstattung werden ergänzt, sobald der Beton vollkommen fest ist. Italcementi, einer der weltweit größten Zementlieferanten, wird den Beteiligten mit Rat zur Seite stehen, was die richtige Betonmischung für den Druck betrifft.

Guglielmo Carra, Europe Materials Consulting Lead bei Arup, ist überzeugt, dass der 3D-Druck für nachhaltigere und effizientere Gebäude entscheidend sei. Beim Bau entstehe weniger Abfall und die Werkstoffe lassen sich wiederverwenden.

Das Ingenieurbüro Arup hat seine Expertise im Ingenieurbau und bei den Werkstoffen in das mit CLS Architetti erstellte Design eingebracht. Mit dem 3D-Haus wollen die Entwickler weg von einem „Herstellen, Verwenden, Wegwerfen“-Modell in der Baubranche, das rund 60 Prozent der verwendeten Rohmaterialien allein in England betrifft. Arup hat sich dabei der Erfahrungen aus seinem vollständig wiederverwendbaren Circular Building bedient. Das Haus in Mailand wird nach dem Festival zerlegt und an einem anderen Ort wieder errichtet.

Mit neuen Verfahren, die einen digitalen Ansatz für die gebaute Umgebung begleiten, seien komplexere, vielstöckige Gebäude im 3D-Druck vorstellbar, so Luca Stabile Italy Building Practice Leader bei Arup.

Bild: 3D-Druck ermöglicht den direkten Transfer von Informationen vom 3D-Modell zur Herstellung. Er reduziert damit Unstimmigkeiten im Gebäude und hilft Fehler vermeiden. Bild: Arup

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