Fünf Faktoren für die erfolgreiche Implementierung von IT-Infrastruktur

Die herkömmlichen IT-Infrastrukturen stehen einem größeren Umbruch gegenüber. Dieser wird, so wird vorausgesagt, durch Software Bots, künstliche Intelligenz, Hybrid-Cloud und Edge Computing geprägt sein. Um die Faktoren besser zu verstehen, welche für die Transformation der IT-Infrastruktur eines Unternehmens wichtig sind, hat Cognizant eine Studie beauftragt. 

Für die von Cognizant beauftragte Studie wurden über 1.000 leitende IT-Führungskräfte aus verschiedenen Branchen befragt wurden, die in Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern beschäftigt sind. Dabei ergaben sich fünf entscheidende Faktoren, die für einen Umbau der IT-Infrastruktur in Unternehmen wesentlich sind.

1. Sicherheit

86 Prozent der von Cognizant Befragten berichteten, dass sie bereits wegen einer Sicherheitsverletzung Verluste oder Einbußen bei Ruf oder Markenwert erlitten hätten. Mit der in Kraft getretenen DSGVO, mit explodierenden Datenvolumina und exponentiell wachsenden Hybrid-Umgebungen wird die IT immer komplexer und für die IT-Abteilungen wird es zunehmend herausfordernder, ihre Unternehmen und deren Marken zu schützen. Ohne robuste Sicherheitsvorkehrungen laufen auch die agilsten IT-Infrastrukturen Gefahr, fundamentale wirtschaftliche Faktoren nicht mehr schützen zu können: nämlich Business Intelligence, Markenwert und Nutzerdaten.

  • Automatisierung ist ein möglicher Weg, die Risiken von Cyberattacken einzudämmen. Software Bots können zwar Angriffe nicht verhindern, doch sie können eine sehr viel schnellere Reaktion auslösen.
  • Künstliche Intelligenz wird ebenfalls entscheidend sein. Denn die Angreifer von morgen werden denkende Maschinen sein. So macht es Sinn, Feuer mit Feuer zu bekämpfen, mit intelligenten Maschinen, die Bedrohungen erkennen und Sicherheitslücken proaktiv schließen.

2. Die Hybrid-Cloud ist die neue IT

Cloud Computing hat das Potenzial, die Komplexität des heutigen Infrastrukturmanagements entscheidend zu vereinfachen – über 60 Prozent der Studienteilnehmer sahen darin einen wesentlichen Business Enabler. Die zusätzliche Flexibilität der Cloud gilt für alle Aspekte der IT, insbesondere, wenn sie mit agilen DevOps-artigen Methoden und einer Architektur auf Basis von Microservices gepaart wird. Die Hybrid-Cloud nimmt eine strategische Rolle bei der Verkürzung von Markteinführungszeiten und der Aufwertung von Nutzererlebnissen ein; sie ist das Rückgrat von agilen, hoch widerstandsfähigen und skalierbaren Infrastrukturen für digitale Umgebungen.

3. Internet der Dinge (IoT) und Edge Computing

Auch wenn Cloud Computing die Vereinfachung der IT-Infrastruktur verspricht, so greift sie jedoch ins Leere, wenn die Komplexität über eine explodierende Zahl von IoT-Geräten zurückkommt. Das Internet der Dinge bedeutet mehr Networking, eine komplexere Integration von Geräten, die miteinander kommunizieren, und ernorme Mengen von Daten, die analysiert werden müssen – all das muss bewältigt werden. Edge Computing kann aus dieser Zwickmühle heraushelfen.

Bei zentralisierten Infrastrukturen besteht das Risiko, dass Daten in den wenigen Minuten, in denen sie von Hunderten oder Tausenden von Geräten zum Rechenzentrum oder in die Cloud übertragen werden, an Wert verlieren. Edge Computing siedelt die Computing-Ressourcen näher bei den Datenquellen an, was die Analysen beschleunigt und schnellere Reaktionen aufgrund gewonnener Erkenntnisse ermöglicht.

Edge Computing arbeitet Hand in Hand mit der Cloud: Es bereitet zeitsensible Daten für die sofortige Analyse innerhalb des Geräts auf, während die Cloud sich mit den Daten befasst, die für historische Analysen benötigt werden. So werden zum Beispiel die Freestyle-Maschinen von Coca-Cola über Edge-Server verwaltet. Freestyle-Maschinen geben den Verbrauchern die Freiheit, ihre eigene Getränkemischung zusammenzustellen und sammeln dabei eine Menge an Informationen über Verbrauchervorlieben ein. Diese Daten werden dann an das Rechenzentrum über die Cloud gesendet, um zur künftigen Produktverbesserung beizutragen.[1]

4. Automatisierung

Automatisierung ist bereits heute ein wesentlicher Faktor für das Leistungsvermögen, das in der digitalen Wirtschaft erforderlich ist. Sie wird von „Bots“ umgesetzt, die repetitive Aufgaben in großer Zahl schnell und fehlerfrei erledigen. Über die Hälfte der befragten Unternehmen haben bereits Pilotprojekte auf den Weg gebracht oder planen, dies zu tun, um Bots Routinearbeiten erledigen zu lassen. Dadurch werden Ressourcen für höherwertige Tätigkeiten freigesetzt.

Und es geht auch nicht allein um Kosteneinsparungen. Viele Organisationen erkennen die Gelegenheit, das Endnutzer-Erlebnis aufzuwerten, indem Services schneller und sicherer zu den Kunden gebracht werden. Die Nutzenvorteile steigen exponentiell, wenn Software-Roboter mit selbstlernenden Fähigkeiten ausgestattet sind. Diese "virtuellen Ingenieure" können in die Infrastruktur eingebaut werden, um die Systemleistung zu messen, Muster zu lernen und schließlich technische Probleme selbst zu lösen.

5. Neue Plattformen statt Legacy-Systeme

Nahezu die Hälfte der Befragten gab zu, dass die Markteinführung ihrer Produkte oder Services viel zu langsam erfolgte und sie das Gefühl hatten, dass sie viel zu viel Zeit für die Wartung der Legacy-Infrastruktur aufwendeten. Es scheint der richtige Zeitpunkt gekommen, die bestehende Infrastruktur zu modernisieren. IT-Abteilungen müssen offen damit umgehen, welche Teile ihrer Infrastrukturen potenziell größere Engstellen für den Übergang zur digitalen Wirtschaft darstellen. Sie sollten Systeme und Prozesse daraufhin überprüfen, ob sie nicht nur teuer zu modernisieren wären, sondern auch, ob sie noch in der Lage sind, die nächsten Schritte mitzugehen.

Ein Übergang vom „Eigentum“ zur „Kontrolle“ über die IT-Systeme, welche die Infrastruktur eines Unternehmens ausmachen, wird zusehends realisierbar. 51 Prozent der Studienteilnehmer berichteten, dass sie bereits Überlegungen anstellten, von eigenen Assets Abschied zu nehmen. Organisationen mit einer Cloud-fokussierten Strategie bauen nicht mehr eigene Infrastrukturen auf, sondern überlegen, welche Teile vom Eigentum zur Kontrolle verlagert werden können, z. B. durch Anmietung von Kapazitäten und Ressourcen. Durch den Abschied von Legacy-Systemen sind Organisationen besser aufgestellt, das Beste aus Big Data, Maschinenlernen und mobilen Anwendungen herauszuholen, um den Kunden Echtzeit-Erlebnisse zu bieten und Services schneller zur Marktreife zu bringen.

Leitlinien für die Anpassung

Organisationen aller Branchen sollten ihre IT-Infrastrukturen agiler, reaktionsfähiger und sicherer machen. In einer Zeit, in der Start-ups ganze Branchen in nur wenigen Monaten oder gar Wochen aufmischen können, sind Unternehmen zusehends gehalten, diese Dinge anzugehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben oder – besser noch – in den Bereichen, in denen sie tätig sind, selbst das Tempo vorzugeben. (sg)

Über den Autor: Euan Davis ist Associate Vice-President bei Cognizants Center for the Future of Work, EMEA.

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