Architektur: Gateway Arch Museum umgestaltet

Am 3. Juli 2018 wurde das Besucherzentrum des Jefferson National Expansion Memorials in St. Louis, Missouri, feierlich eröffnet. Im Rahmen der kompletten Umgestaltung des Gateway Arch-Parkgeländes entstand auch der spektakuläre Eingangsbereich für das Museum.

Bereits im Februar 2017 begann seele, Spezialist für Fassadenbau und komplexe Gebäudehüllen, mit der Montage der Stahl-Glas-Konstruktion für den Eingang des Besucherzentrums des weltberühmten Nationalmonuments Gateway Arch nach den Plänen von Cooper Robertson, Architekt mit James Carpenter Design Associates und Trivers Associates. Der neue, einladende Eingangsbereich besteht aus einer 5,5m hohen Glasfassade mit gebogenen Glasscheiben und einem Glasdach, das für Lichtdurchlässigkeit sorgt.

Der ursprüngliche Museum, 1967 eröffnet, basiert auf einem Entwurf des Architekten Eero Saarinen. Überwölbt wird der unterirdische Bau von einem stählernen Bogen, der am Ufer der Mississippi in 192 Metern Höhe gipfelt.  Dieser Bogen sollte unter anderem dem Gedenken an Thomas Jefferson dienen, der sich als dritter Präsident der Vereinigten Staaten für den Zug der Siedler nach Westen eingesetzt hatte. Er symbolisiert das Tor zum Westen, das St. Louis vor 200 Jahren für die Ankömmlinge aus Europa dargestellt haben dürfte. 

Das Museum befasst sich vor allem mit der Geschichte der Siedler. Der Umbau des Komplexes betrifft nicht nur das Besucherzentrum, sondern auch die Ausstellungen und die Nutzung der Räume des Museums selbst. So erfuhren beispielsweise die Sichtweisen von Frauen und Eingeborenen im Kontext der Migration eine deutliche Aufwertung. Bedeckt wird das Museum von begrünten Hügeln, die nun auch die nahegelegene Interstate-Autobahn überdachen und somit eine Verbindung zur Innenstadt herstellen. 

Glasdach mit Edelstahlkragarmen

Der neue Eingangsbereich ist Teil einer Erweiterung nach Westen hin und befindet sich gegenüber dem alten Gerichtsgebäude.Das Dach des Eingangsbereichs setzt sich aus insgesamt 74 3-fach laminierten Scheiben mit bis zu 2 x 5,5 m Größe zusammen und lagert auf einer insgesamt 85 t schweren Stahlkonstruktion. Die 38 Edelstahlkragarme bestehen aus gefrästen Edelstahl-Vollprofilen, die mit Zugstäben vorgespannt wurden. Durch einen aufgedruckten Rasterverlauf erhält die Dachverglasung eine lebendige Oberfläche. Auch die Glasfassade schafft durch die 24 Fassadenscheiben mit bis zu 1,4 x 5,5 m eine lichtdurchflutete Atmosphäre. Die Fassadenscheiben mit einem Gewicht von je 460 kg sind an der Verbindung zum Glasdach beweglich gelagert. So bietet sich vom Inneren des Gebäudes eine spektakuläre Perspektive auf den davorliegenden Platz des Jefferson National Expansion Memorial sowie auf die Skyline von St. Louis. seele bemusterte die geplante Konstruktion auf dem eigenen Testgelände am Standort in Gersthofen mit einem Mock-up. Anhand von drei Kragarmen und darauf montierten Dachscheiben sowie den gebogenen Fassadenscheiben wurden Architekt und Kunde überzeugt.

 „Das Projekt am berühmten Monument Gateway Arch zeigt einmal mehr unsere Kompetenz im Fassadenbau und im Besonderen von komplexen Stahl-Glas-Konstruktionen. Gerade in den USA ist das Bewusstsein für außergewöhnliches Design und Konstruktionen groß, sodass genau hier der richtige Platz für uns ist“, sagt Michael Steinhülb, Geschäftsführer der seele, Inc. in New York.

Bild oben: Glasdach- und fassade am Nationalmonument Gateway Arch von seele. ©Nic Lehoux

  • Lichtspiel am Eingang des Museum von Gateway Arch. ©Nic Lehoux
  • Vom Inneren des Gebäudes bietet sich eine spektakuläre Perspektive auf den davorliegenden Platz des Jefferson National Expansion Memorial und die Skyline von St. Louis. ©Nic Lehoux
  • Mock-up am Testgelände in Gersthofen. ©seele
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