Augmented-Reality-System unterstützt Ärzte

Eine Mixed-Reality-Lösung erlaubt Medizinern, virtuelle Repliken der Organe, Knochen und Körperteile von Patienten zu betrachten und mit den Darstellungen zu interagieren. Die Forscher am Digital Media Technology Lab (DMT Lab) der Birmingham City University entwickeln das System, das Anwender in die Lage versetzt, mit virtuellen Modellen und Patientendaten freihändig zu interagieren.

Die Lösung ermöglicht es den Anwendern, per Handbewegungen und Gesten die Patientendaten zu verarbeiten, in ihnen zu navigieren und sie zu veranschaulichen. Somit können die Ärzte medizinische Prozeduren, die Wahl des Lebensstils und Behandlungseffekte anhand maßgeschneiderter virtueller 3D-Modelle und der realen Krankengeschichte präsentieren können.

Sie ließe sich einsetzen, um medizinische Probleme, die Bereiche, in denen eine Operation vorzunehmen ist, Verbesserungen nach der Behandlung oder den durch giftige, süchtig machende Substanzen verursachten Schaden visuell darzustellen.

Die Technologie nutzt Bewegungssensoren, in Kombination mit den Erfahrungen des DMT Lab im Hinblick auf freihändige Interaktion in der Mixed Reality, um eine realistischere Erfahrung in virtuellen Umgebungen bereitzustellen und die Kluft zwischen den Anwendern und der Technik zu überbrücken.

Dr. Ian Williams erklärt: „Wir entwickeln dieses System als eine Plattform, damit die Medizinexperten mit echten Patientendaten interagieren und sie manipulieren können, um Patienten zu unterrichten und zu informieren.“

Die echten Vorteile lägen darin, Teile der Anatomie mittels virtueller Modelle, die sich für jeden Patienten anpassen ließen, visuell zu veranschaulichen, den Einfluss der Lebensgewohnheiten auf sie und die Wirkung von Behandlungen und Operationen aufzuzeigen. Das System soll um die Nachbildung von Verletzungen, Mobilitätsproblemen und Krankheiten erweitert werden und die Veränderungen verdeutlichen, die sich aus dem Verhalten der Patienten oder aus medizinischen Eingriffen ergeben. Es könnte auch eine neue Sicht auf die Patientendaten in einer Reihe unterschiedlicher Situationen ermöglichen.

Die Ärzte könnten medizinische Eingriffe und Behandlungseffekte an individuell angepassten medizinischen Modellen vornehmen. Chirurgen wären darüber hinaus in der Lage, mit den Bilder vom Körper des Patienten während der Operationen zu arbeiten, ohne die Handschuhe in sterilisierten Umgebungen abstreifen zu müssen.

Die Anwendung der patientenspezifischen Modelle und die interaktive Umgebung können mit dem Patienten geteilt werden, was auch das Interesse des Patienten an der Behandlung und das Verständnis steigern helfen kann.

Bild: Beispiel für die Anwendung des Systems. Credit: Birmingham City University

 

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