Atlas Copco: 50 Prozent der Montageschritte einsparen

Atlas CopcoTools hat eine strukturierte Strategie für die Montageplanung und integrierte Qualitätssicherung vorgestellt:„QS-Loop“ soll die Kosten in der Montage drastisch senken und zugleich die Qualität in der Fertigung verbessern. Wie das geht, ist beispielsweise noch bis morgen auf der Montagemesse Motek in Stuttgart, (Halle 1, Stand 1610) zu sehen.

Laut dem Werkzeug- und Montagemittel-Hersteller brauchen viele Unternehmen weit mehr Prozessschritte, als für verlässliche Produktqualität nötig wäre. Christian Böhm, Manager für Qualitätsstrategien bei Atlas Copco erklärt das so:„Die Monteure fassen jede Schraube mehrmals an und setzen dabei mehrere Werkzeuge ein, bis sie sicher sind, dass das vorgeschriebene Solldrehmoment anliegt.“ Der Ausweg führe über die strukturierte Vorgehensweise QS-Loop, verpackt in eine gleichnamige Software. Damit lasse sich mit geringem Aufwand die Qualität der Produkte steigern. Beispielsweise werden übergreifende Richtlinien für gleichartige Montageschritte definiert oder Produktionswerkzeuge, Messmittel, Materialien, Bauteile und Schrauben an verschiedenen Fertigungsstandorten vereinheitlicht. „Damit bekommen Anwender aus den verschiedenen Fachabteilungen ihre Prozesse besser unter Kontrolle“, betont Böhm.

QS-Loop bezieht alle Fachabteilungen ein: von der Konstruktion über die Produktion und Qualitätssicherung bis hin zur Instandhaltung. Damit können laut Böhm Betriebsleiter und Qualitätsverantwortliche ihre benötigten Betriebs- und Prüfmittel sinnvoll auswählen und den laufenden Fertigungsprozess schnell, einfach und sicher bewerten. Mit der Strategie wird die Vorgehensweise bei der Planung eines Montageprozesses standardisiert. „Wir wollen vor allem zeigen, wie einfach so etwas sein kann – und welche Sicherheit Anwender durch die softwaregestützte Vorgehensweise erlangen“, erklärt Böhm. Denn in den meisten Betrieben aus der allgemeinen Industrie würden nach seiner Erkenntnis die Schraubfälle nicht durchgängig bewertet. „Von einer Klassifizierung, die festen Regeln folgt, ganz zu schweigen.“

Standardisierte Strategie senkt die Kosten

Hier setzt QS-Loop an: Beginnend mit der Klassifizierung (nach nationalen und internationalen Richtlinien, zum Beispiel der VDI/VDE 2862) des jeweiligen Schraubfalls – von (A) sicherheitskritisch über (B) funktionskritisch zu (C) unkritisch (früher: kundenkritisch) – über die Auswahl des geeigneten Produktionswerkzeuges (herstellerunabhängig) und der geeigneten Anzugsverfahren und hin zur Festlegung der jeweils notwendigen Prüfstrategie, der Prüfrhythmen und Prüfmittel.

„Vielen Anwendern ist die Notwendigkeit einer Prozessprüfung überhaupt nicht bewusst“, sagt Böhm. „Und auch nicht, welche Vorteile sie daraus für die Qualitätssteuerung ziehen können.“ Ein großer Vorteil der Software ist ihre integrierte Logik, die Schraubfälle und Prozesse bewertet. Dabei dient QS-Loop als Leitstand. Das Programm informiert Anwender umgehend, wenn Probleme in der Linie auftreten, und zeigt auf, welche Produkte betroffen sind.

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